#04 …Pummelig ist, neben wem man steht…

(Edgar)

Liebes Tagebuch,

tschuldigung, ich kann im Moment nicht so richtig reden. Celebrity Jane versucht mich gerade schmeißenderweise mit Keksen zu füttern und wenn ich den Mund nicht weit genug aufreiße, trifft sie wieder nicht. Gleichzeitig bemühe ich mich, bockig vor mich hinzukreischen, damit sie nicht aufhört.

Du siehst, das neue Jahr fängt an, wie das alte aufgehört hat: Ich mache was mit Kalorien. Leider wenig erfolgreich, ganz im Gegensatz zu den Kalorien. Ich sag’s einfach mal so, wäre Hüftgold eine gültige Währung, könnte ich jemanden dafür bezahlen, dass er für mich isst. Aber so bin ich einfach nur eine römische Matrone mit verdächtig starkem Bartwuchs.

Wohl oder übel sind meine Rundungen also auch in diesem Jahr wieder auf dem einfallslosen Tableau der Neujahrsvorsätze gelandet, gleich hinter prominent werden (wie immer). Allerdings habe ich fest vor, das mit dem Wohlfühlgewicht 2014 mal durchzuziehen, deshalb habe ich  mich entschlossen, zwar den Kurs doch nicht die Richtung zu ändern und den Vorsatz einfach meiner Diätobsession anzupassen. Diese neigte mehr als tendenziell eher zum Betulichen, drum war mein erklärtes Ziel nun nicht mehr, schlank zu werden, sondern einfach relativ schlank zu sein. Im Klartext heißt das also nichts anderes als: Ich hab’ keinen Bock mehr auf Diäten, ich mach’ die anderen einfach fetter.

Die konkrete Vorgehensweise habe ich mir schon letzte Woche in einer Obstpause ausgedacht und sie war vergleichsweise einfach. Zuerst würde ich allmorgendlich einen Liter flüssige Butter in den Tank des firmeneigenen Wasserspenders kippen, um möglichst die ganze Zielgruppe mitzunehmen. Anschließend stelle ich jedes einzelne Headset weiter und ersetze Teelöffel durch Esslöffel und Esslöffel durch Kellen, damit sich die Benutzer und Benutzerinnen daneben zierlicher Schrägstrich schlanker fühlen und noch mehr verputzen. Sollte das immer noch nicht genug sein, werde ich obendrein die Kleidergrößen in sämtlichen Etiketts der Kollegenschaft heimlich nach oben korrigieren (Notiz an mich selbst: Edding suchen). Ich finde, das klingt nach einem durchdachten Plan, der eigentlich im Nu aufgehen sollte.

Celebrity Jane würde ich davon verschonen. Die hatte es sowieso schon nicht so einfach … trotz dem sie aus Schwedt kommt oder dem Paris des Nahenden Ostens, so wie sie es gerne nennt. Ihren zahlreichen Erzählungen nach stelle ich mir Schwedt vor wie Springfield (aus den Simpsons versteht sich). Am einen Ende gibt es dieses Naturgebiet mit den dreiäugigen Fischen, am anderen Ende ein riesiges Industriegebiet mit ner Erdölraffinerie, oder wie ich es wiederum nennen möchte – das Sanssouci der Uckermark.

Diese Stadt wird meine Chance berühmt zu werden, denn ich gedenke, den Schwedter Tatort zu erfinden, mit mir als Leiche und Celebrity Jane als Täterin, und zwar in jeder Folge. Nur die Kommissare wechseln. Das wird der Hit, denn so was gab’s schließlich noch nie … warum, weiß ich allerdings auch nicht.

Okee, ich mach’ jetzt lieber Schluss. Celebrity Jane sind die Kekse ausgegangen, das heißt, meine schlechte Laune wird alsbald zurückkehren und ich will es mir mit dir nicht auch noch verderben, liebes Tagebuch.

Dann also Tschaui, bis zum nächsten Mal und lass die Hosen an.

Beste Grüße, Dein Edgar

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